Die Bielefelder Alm, wie sie liebevoll genannt wird, hat schon seit längerer Zeit keinen Bundesliga-Fußball mehr gesehen. Das ehrwürdige Stadion bietet oft einen Hexenkessel und die Auswärtsmannschaften tun sich schwer, wenn es zur Arminia geht. Trainer Uwe Neuhaus hat es nun geschafft, dass eine schlagkräftige Truppe auf dem Platz steht, die es vollbracht hat, Bielefeld an die Tabellenspitze der 2. Bundesliga zu schießen.

Bielefeld läuft in dieser Saison besonders auswärts heiß

Ganz uncharakteristisch ist für die Bielefelder Truppe, dass die Alm gar nicht uneinnehmbar ist. In zwölf Saisonheimspielen konnte die Mannschaft nur sechs Mal als Sieger vom Platz gehen. Fünfmal musste man sich mit einer Punkteteilung begnügen, was einige Punkte kostete. Auswärts dagegen ist Bielefeld eine Klasse für sich. In 13 Auswärtsspielen gewannen die Arminen acht Mal und haben ein überragendes Torverhältnis von 28;14. Die Mannschaft und der Verein glauben inzwischen auch selbst an den möglichen Aufstieg. Neuhaus lässt schnellen Umschaltfußball spielen, den die Mannschaft angenommen und verinnerlicht hat. Das hat derzeit sogar die beiden Bundesliga-Schwergewichte Stuttgart und Hamburg abgehängt.

Fabian Klos ist nicht nur ein sehr erfahrener Spieler der Arminia, der schon viel im Profifußball erlebt hat, sondern er führt die Mannschaft auch an. Er ist das Herzstück des Klubs mit seinem Einsatz und seinen 16 Toren, die er bereits in der abgelaufenen Saison erzielt hat. Andreas Voglsammer ist eine hervorragende Ergänzung zu Klos und kommt auf 10 Saisontore. Im Mittelfeld zieht Marcel Hartel die Fäden und gehört zu den wichtigsten Eckpfeilern der Mannschaft. Bereits sieben Torvorlagen konnte er beisteuern. Außerdem hat er neun Großchancen herausgespielt. Das ist derselbe Wert, den auch Abwehrmann Jonathan Clauss überraschend erreicht.

Bielefeld müsste sich selbst schlagen, um nicht aufzusteigen

Die Bielefelder haben einen soliden Vorsprung und müssten schon ein bisschen ins Straucheln geraten, um noch auf einem Nichtaufstiegsplatz zu landen. Wenn die Corona-Zwangspause gut überstanden wird, kann die Mannschaft von der Konkurrenz, die ihre eigenen Probleme hat, kaum eingeholt werden.